{"id":58,"date":"2009-12-02T15:08:52","date_gmt":"2009-12-02T14:08:52","guid":{"rendered":"https:\/\/hoover.gplrank.de\/?p=58"},"modified":"2017-11-18T17:37:28","modified_gmt":"2017-11-18T16:37:28","slug":"heimbrauen-fur-anfanger-eine-schmerzlose-anleitung-teil-i","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoover.gplrank.de\/?p=58","title":{"rendered":"Heimbrauen f\u00fcr Anf\u00e4nger: Eine schmerzlose Anleitung, Teil I"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/hoover.gplrank.de\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/mug_bottle.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1696\" src=\"https:\/\/hoover.gplrank.de\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/mug_bottle.jpg\" alt=\"\" width=\"130\" height=\"162\" \/><\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schuerkamp.de\/zope\/hoover\/brauen\/mug\" alt=\"\" width=\"117\" height=\"111\" \/><\/p>\n<h2>Heimbrauen f\u00fcr Anf\u00e4nger: Eine schmerzlose Anleitung<\/h2>\n<hr \/>\n<h2>Einf\u00fchrung<\/h2>\n<p>Dieser Text ist als schnelle Einf\u00fchrung f\u00fcr diejenigen gedacht, die mit dem Gedanken spielen, sich einmal als Heimbrauer zu versuchen aber sich vielleicht bis jetzt noch nicht getraut haben oder denen es zu kompliziert erscheint.<\/p>\n<p>Mit dem Heimbrauen ist es wie mit dem Musikgeschmack: Es f\u00fchren viele verschiedene Techniken zum ersten Bier, aber den absoluten Pfad oder den K\u00f6nigsweg gibt es nicht. Ich beschreibe im folgenden meine eigenen Erfahrungen, die ich beim Brauen meiner ersten 20 Liter gemacht habe und m\u00f6chte diese nat\u00fcrlich nicht als die einzig richtige Art und Weise hinstellen, sondern nur als Beschreibung, wie man leicht und einfach 2 Kisten gut schmeckendes Selbstgebrautes herstellt.<br \/>\nWas brauche ich?<\/p>\n<p>Die Einstiegskosten f\u00fcr die erste &#8220;Lage&#8221; sind nicht allzu hoch, sie liegen bei ca. 100DM. In Deutschland ist Heimbrauen wg. der hohen Qualit\u00e4t kommerzieller Biere nicht sehr verbreitet wie z. B. in den USA, es f\u00fcr den Biertrinker schon fast \u00fcberlebenswichtig ist, sein eigenes &#8220;Brew&#8221; anzufertigen, um sich nicht mit &#8220;Buttwiper&#8221; oder \u00e4hnlichen Industrieabf\u00e4llen vergiften zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Von daher m\u00fcssen wir i. d. R. auf den Versandhandel zur\u00fcckgreifen, wenn man nicht das Gl\u00fcck hat, einen Heimbrauladen um die Ecke aufsuchen zu k\u00f6nnen. Meine Anf\u00e4ngerausr\u00fcstung habe ich von der Firma <a href=\"http:\/\/www.bier-selbstgebraut.com\/\">Krupka-Niemann<\/a> bezogen, deren Service als auch Preis m. M. nach sehr gut sind. Mit der &#8220;Minibrauerei&#8221; bin ich sehr gut bedient, und die Firma nimmt die Ausr\u00fcstung bei Nichtgefallen bis 6 Monate nach dem Kauf sogar noch zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Im Preis inklusive ist ein &#8220;Bierkit&#8221; (gehopfter Malzextrakt) der Firma Glenbrew, das man sich frei nach Geschmack aus dem angebotenen Sortiment aussuchen kann. Ich habe mich f\u00fcr das &#8220;Chairmans Trophy Bitter&#8221; entschieden, eine britische Alesorte, die relativ schnell zubereitet werden kann.<\/p>\n<p>Als extrem praktisch haben sich au\u00dferdem der Flaschenabf\u00fcllstutzen (ca 10 DM) und die Folienthermometer (ca. DM 15) f\u00fcr die G\u00e4reimer herausgestellt, die man gleich mitbestellen sollte.<\/p>\n<hr \/>\n<h2>Zubereitung der Bierw\u00fcrze<\/h2>\n<p>Der erste Schritt auf dem Weg zum eigenen Bier ist die Zubereitung der Bierw\u00fcrze, zu der die Hefe bei richtiger Temperatur dann zugegeben wird. Diese W\u00fcrze wird duch Aufl\u00f6sen des Malzextraktes in Wasser und anschlie\u00dfendes Kochen erzeugt. Hierzu brauchen wir<\/p>\n<ul>\n<li>20 Liter kaltes Wasser<\/li>\n<li>Die 6-Pfund-Bierkit-Dose + beiliegende Trockenhefe (liegt bei)<\/li>\n<li>Kochl\u00f6ffel zum Umr\u00fchren (m\u00f6glichst sauber und aus Plastik)<\/li>\n<li>12,5 Liter-Topf (Edelstahl) oder Einkochger\u00e4t mit eigenem Netzteil<\/li>\n<li>Desinfektionsmittel &#8220;Chempro SDP&#8221; (liegt der Minibrauerei bei)<\/li>\n<li>Erster G\u00e4reimer (22.5 Liter Inhalt, liegt bei)<\/li>\n<li>ein sauberes Wasserglas f\u00fcr die Hefe sowie Alufolie zum Abdecken<\/li>\n<\/ul>\n<p>Als Erstes desinfizieren wir den ersten G\u00e4reimers durch Auff\u00fcllen mit kaltem Wasser und Zugabe von 5 TL Chempro SDP (mitgeliefertes Desinfektionsmittel). Alles weitere, was noch desinfiziert werden soll (z.B. Kochl\u00f6ffel, Literma\u00df, Hefeglas, Eimerdeckel) wird einfach mit in den G\u00e4reimer gesteckt.<\/p>\n<p>Etwas abgekochtes Wasser + 2 TL Malzextrakt aus der Dose sollte man auf handwarme Temperatur in einem sauberen Glas abk\u00fchlen lassen, um damit sp\u00e4ter die Hefe &#8220;anf\u00fcttern&#8221; zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend dieser Zeit kann man das Wasser f\u00fcr die Bierw\u00fcrze (ich habe 4.5 Liter genommen) bereits in den 12-Liter-Topf geben und auf Stufe III (E-herd) vorw\u00e4rmen. Nach dem \u00d6ffnen der Malzextrakt-Dose wird der Inhalt zugegeben (die Dose anschliessend mit heissem Wasser auswaschen und den Rest der W\u00fcrze hinzugeben) und durch gutes Umr\u00fchren mit dem Kochl\u00f6ffel mit dem Wasser im Topf vermischt. Hierbei sollte man darauf achten, da\u00df kein Sirup am Topfboden kleben bleibt, was man durch gutes Umr\u00fchren erreicht.<\/p>\n<p>Nun wird es einige Zeit dauern, bis die W\u00fcrze zum Kochen gebracht ist, schlie\u00dflich handelt es sich ja um recht viel Fl\u00fcssigkeit. Auf unserem Herd habe ich dazu ca. 30 Minuten gebraucht und \u00f6fters mal umger\u00fchrt. Diese Zeit k\u00f6nnen wir nutzen, um den ersten G\u00e4reimer vorzubereiten. Die desinfizierten Teile einfach beiseite legen und den Eimer mit kaltem, klarem Wasser aussp\u00fclen, um evtl. vorhandene Reste der Chlorl\u00f6sung zu entfernen. In diesen Eimer f\u00fcllt man dann ca. 10 Liter Wasser, zu dem nachher die hei\u00dfe W\u00fcrze zugegeben wird. Ich habe den Eimer dann mit dem Deckel abgedeckt mitten in die K\u00fcche auf ein paar Handt\u00fccher gestellt. Auf jeden Fall sollte man auf Sauberkeit achten, also den Eimer nicht mehr innen ber\u00fchren, nachdem er desinfiziert wurde.<\/p>\n<p><strong> Sauberes Arbeiten ist der einfachste, aber auch wichtigste Schritt auf dem Weg zu einem guten Bier! <\/strong><\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes steht die &#8220;Rehydrierung der Hefe&#8221; auf dem Plan. Die mitgelieferte Bierhefe ist sog. Trockenhefe, d.h., in Pulverform vorhanden. Damit sie sich in der W\u00fcrze m\u00f6glichst schnell und gut vermehrt, ist es ratsam, sie durch Zugabe von Wasser und ca. 2 TL Malzextrakt-Sirup bereits in die &#8220;Startl\u00f6cher&#8221; zu schaffen. Der Inhalt der Hefet\u00fcte wird einfach ins abgekochte, handwarme Wasser + 2TL Malzextrakt-Sirup ins Glas gesch\u00fcttet und dieses abgedeckt und lichtgesch\u00fctzt abgestellt (also m\u00f6glichst nicht in die pralle Sonne auf der Fensterbank).<\/p>\n<p>Inzwischen sollte die Bierw\u00fcrze Kochtemperatur erreicht haben. Auf kleiner Flamme \/ Stufe wird die W\u00fcrze nun f\u00fcr 40-50 Minuten gekocht, wobei man darauf achten sollte, da\u00df einem der ganze Kram nicht \u00fcberkocht (also Umr\u00fchren, ein gutes Auge auf den Inhalt haben und nicht zuviel Feuer geben! \ud83d\ude09 Nach ca. 5 Minuten Kochzeit gibt es den &#8220;Hot Break&#8221; zu bewundern, bei dem der Topf gerne auch mal \u00fcberkocht, also ist in dieser Zeit besondere Aufmerksamkeit angebracht.<\/p>\n<p>Der heisse Topfinhalt wird nun in das kalte Wasser im G\u00e4reimer gegossen. Anschlie\u00dfend wird der Eimer noch auf 18&#8211;22 Liter mit kaltem Wasser aufgef\u00fcllt, je nachdem, ob man ein st\u00e4rkeres oder ein schw\u00e4cheres Bier haben m\u00f6chte ,und dieser leicht abgedeckt (z. B. durch loses Auflegen des Deckels) und abgek\u00fchlt (z. B. in einem Kaltasserbad in der W\u00e4schewanne und durch Abk\u00fchlen auf dem Balkon bei k\u00fchlen Au\u00dfentemperaturen).<\/p>\n<p>\u00dcber die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit dieses Schritts (das &#8220;brutale&#8221; Abk\u00fchlen der W\u00fcrze in kaltem Wasser) streiten sich die Autoren, mein Bier hat trotzdem sehr gut geschmeckt, und wir wollen ja ein einfaches Bier brauen, oder?<\/p>\n<p>Zugeben der Bierhefe: Ist die Temperatur der Mischung im G\u00e4reimer auf unter 26 Grad Celsius abgefallen (nach ca. 30&#8211;40 Minuten), k\u00f6nnen wir die Bierhefe zugeben, in dem wir einfach den Inhalt des Wasserglases (er sollte inzwischen reichlich sch\u00e4umen) in den G\u00e4reimer giessen und evtl. noch mit einem desinfizierten Kochl\u00f6ffel leicht umr\u00fchren. Das wars! Der erste (und bei weitem aufwendigste) Schritt zum eigenen Bier ist getan.<\/p>\n<p>Nun wird der leicht verschlossene Eimer in eine ruhige Ecke gestellt, damit die G\u00e4rung bei ca. 19&#8211;21 Grad ihren Lauf nehmen kann. Nach ca. 48 Stunden sollte sich ein sch\u00f6ner Schaumkopf (der sogenannte &#8220;Kr\u00e4usen&#8221;) gebildet haben, der dann sp\u00e4ter ins Bier zur\u00fccksinkt, sobald die G\u00e4rung an Intensit\u00e4t nachl\u00e4\u00dft. Allerdings sollte man der Neugierde widerstehen und nicht zu oft in den Eimer schauen (also den Deckel anheben), um das Infektionsrisiko durch Bakterien oder wilde Hefe in der Luft m\u00f6glichst klein zu halten.<\/p>\n<hr \/>\n<h2>Abziehen des Jungbieres<\/h2>\n<p>Nach ca. 3 bis 4 Tagen sollte man das Bier vom ersten G\u00e4reimer in den zweiten umf\u00fcllen (zu Deutsch &#8220;Abziehen&#8221;, auf Englisch auch &#8220;Racking&#8221; genannt), um die Verunreinigung des Bieres mit toter Hefe oder auch bitteren Stoffen gering zu halten. Dies erreichen wir mit der selben Methode, mit der man auch Benzin aus Nachbars Auto klaut: Dem Schlauchsyphon.<\/p>\n<p>In diesem Schritt ben\u00f6tigen wir:<\/p>\n<ul>\n<li>ca 1,5 Meter sauberen Plastikschlauch (gibts im Fachgesch\u00e4ft f\u00fcr ca 60 Pfennig \/ Meter)<\/li>\n<li>G\u00e4rventil+Gummiverschlu\u00df (liegt der Minibrauerei bei)<\/li>\n<li>den zweiten G\u00e4reimer (mit dem Abf\u00fcllhahn, der nach Anleitung montiert wird, liegt bei)<\/li>\n<li>Desinfektionsmittel Chempro SDP (liegt bei)<\/li>\n<li>Kleines Auffanggef\u00e4\u00df (Schale oder \u00e4hnliches)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auch hier wird nach bereits bekanntem Schema vorgegangen: Zun\u00e4chst wird der zweite G\u00e4reimer desinfiziert (also wieder mit kaltem Wasser aufgef\u00fcllt bis an den Rand und 5 TL Chempro SDP zugegeben). Alle weiteren ben\u00f6tigten Teile werden in den mit der L\u00f6sung gef\u00fcllten Eimer gelegt und somit ebenfalls desinfiziert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/hoover.gplrank.de\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/racking.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1697\" src=\"https:\/\/hoover.gplrank.de\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/racking.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/hoover.gplrank.de\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/racking.jpg 320w, https:\/\/hoover.gplrank.de\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/racking-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a><\/p>\n<p>W\u00e4hrend die L\u00f6sung f\u00fcr 20&#8211;30 Minuten einwirkt, kochen wir etwas Wasser ab (zum Auff\u00fcllen des G\u00e4rventils) und holen den ersten G\u00e4reimer mit dem Jungbier aus seiner stillen Ecke, um ihn auf auf einen etwas erh\u00f6hten Ort zu stellen, von dem aus wir das Bier umf\u00fcllen k\u00f6nnen (bei mir war das das Klo im Badezimmer, aber ein stabiler Stuhl oder K\u00fcchentisch tut&#8217;s nat\u00fcrlich auch \ud83d\ude09<\/p>\n<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr valign=\"top\">\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schuerkamp.de\/zope\/hoover\/brauen\/racking\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" \/><\/td>\n<td>Nun sp\u00fclen wir den desinfizierten G\u00e4reimer mit kaltem Wasser aus und stellen ihn unterhalb des mit Bier gef\u00fcllten G\u00e4reimers auf, also z. B. auf den Fu\u00dfboden. Danach \u00f6ffnen wir den vollen ersten G\u00e4reimer (nicht erschrecken, es stinkt und sieht wirklich f\u00fcrchterlich aus!) Der saubere Schlauch wird nun blasenfrei mit Leitungswasser aufgef\u00fcllt und die beiden Enden mit den sauberen Daumen fest verschlossen. Keine Angst, es geht nur um Bier!<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Jetzt geben wir das obere Ende des Schlauches schnell ins Bier, senken das untere Ende in ein bereitgestelltes Gef\u00e4\u00df (z.B. Schale) und starten die Bierpipeline, indem wir den anderen Daumen vom unteren Schlauchende nehmen. Nachdem das Wasser aus dem Schlauch in das Auffanggef\u00e4\u00df geflossen ist und Bier kommt, wird der zweite Eimer damit aufgef\u00fcllt. Dabei ist darauf zu achten, das es nicht platscht und pl\u00e4tschert, sondern das Bier ruhig und ohne viel Tamtam in den zweiten Eimer kommt.<\/p>\n<p>Das Bier sollte immer aus der Mitte des Fl\u00fcssigkeitsstandes geholt werden, damit nicht die Bitterstoffe von der Oberfl\u00e4che und auch nicht die Sedimente aus dem unteren Bereich des ersten G\u00e4reimers mit abgezogen werden. Die letzten 3&#8211;4 Zentimeter Fl\u00fcssigkeit lassen wir weg, dieser Verlust belohnt uns mit einem wohlschmeckenden Bier.<\/p>\n<p>Der zweite Eimer mit dem umgef\u00fcllten Bier wird nun mit Hilfe des Deckels fest verschlossen, der Gummistopfen mit dem G\u00e4rventil eingesteckt und dieses bis mindestens zur ersten Kugel des G\u00e4rventils mit abgekochtem Wasser gef\u00fcllt. Der Eimer wird nun f\u00fcr 7&#8211;10 Tage an einen ruhigen, warmen Ort gestellt (ebenfalls 19&#8211;21 Grad). Ich hatte zun\u00e4chst hektische Aktivit\u00e4t im G\u00e4rventil erwartet (also Blubbern, Blasen, etc.), aber nichts dergleichen fand statt. Keine Sorge, das scheint normal zu sein! \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Den ersten G\u00e4reimer sollte man so bald wie m\u00f6glich gr\u00fcndlich mit klarem Wasser aussp\u00fclen, um sich beim n\u00e4chsten Bier nicht mit festgesetzten Sedimenten herumschlagen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<hr \/>\n<h2>Die Flaschenabf\u00fcllung<\/h2>\n<p>Nun ist es nicht mehr weit bis zum ersten Hausbr\u00e4u! Die Wartezeit der zweiten G\u00e4rung vertreiben wir uns auf angenehme Weise mit dem Leeren von zwei Kisten voller 0.5-Liter B\u00fcgelflaschen (Der Autor bevorzugt hier &#8220;Detmolder Pils&#8221;, da es keine andere Sorte vor Ort in 0.5-Liter-Flaschen gibt, als Norddeutscher m\u00f6ge man sich mit &#8220;Flensburger Pils&#8221; oder \u00e4hnlichem vergn\u00fcgen). Schafft man es nicht allein, sollte man sich Hilfe holen, au\u00dferdem macht allein Trinken sowieso h\u00e4\u00dflich, wie wir alle wissen.<\/p>\n<p>Die Flaschen werden nach der Leerung sofort ein- bis zweimal mit klarem Wasser und Sch\u00fctteln ausgesp\u00fclt, die Verschlu\u00dfgummis abgezogen und aufbewahrt. Die Flaschen werden dann anschlie\u00dfend auf dem Kopf stehend in der Kiste getrocknet, damit keine Fl\u00fcssigkeitsr\u00fcckst\u00e4nde in der Flasche bleiben.<\/p>\n<p>Nach 7&#8211;10 Tagen im zweiten G\u00e4reimer kann die Flaschenabf\u00fcllung beginnen. Hierzu werden ben\u00f6tigt:<\/p>\n<ul>\n<li>30&#8211;40 0.5-Liter B\u00fcgelflaschen (sauber)<\/li>\n<li>ein kleiner Kochtopf mit 0.5 Liter Wasser<\/li>\n<li>ein kleiner Kochtopf zum Kochen der Flaschengummis<\/li>\n<li>ein Pfund Malzextrakt in Pulverform, dunkel oder hell, oder<\/li>\n<li>alternativ Zucker (yuck!!!!)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ich rate auf jeden Fall von der Verwendung von normalem Zucker ab, man sollte sich also gleich bei Bestellung der Minibrauerei ein Pfund trockenes Malzextrakt mitbestellen, Krupka-Niemann ber\u00e4t hier gern!). Die Verwendung von Zucker ist nicht problematisch, aber verst\u00f6\u00dft gegen das Reinheitsgebot, und dann k\u00f6nnte man nat\u00fcrlich gleich zu einer Flasche &#8220;Buttwiper&#8221; oder &#8220;Millers&#8221; greifen und sich den ganzen Aufwand sparen!<\/p>\n<p>Je nachdem, wieviel Bier sich noch im zweiten G\u00e4reimer befindet (so 18 bis 20 Liter), kocht man eine 3\/4 bis ganze Tasse Malzextrakt in 0.5 Liter Wasser f\u00fcr 15-20 Minuten auf und k\u00fchlt den Topf im Wasserbad auf handwarme Temperatur herunter. Diese Mischung gie\u00dft man dann in den zweiten G\u00e4reimer. Nicht \u00fcber den Geruch im 2. G\u00e4reimer erschrecken, ist ganz normal! Danach verschlie\u00dft man den Eimer wieder und wendet sich der Desinfektion der Flaschen zu.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Aufkochens des Malzextraktes und nach Zugabe ins Bier werden die Flaschen im Backofen bei 120&#8211;130 Grad f\u00fcr 15&#8211;20 Minuten sterilisiert und die Flaschengummis f\u00fcr 10 Minuten im Wasserbad gekocht. In unseren Backofen passen 16 B\u00fcgelflaschen (aufeinander gestapelt, Flaschenboden zur Klappe). Die Seitenw\u00e4nde des Ofens und der Backrost sollten mit Backpapier ausgelegt werden, um direkten Kontakt zwischen Glas und Metall zu vermeiden (Gefahr des Springens?)<\/p>\n<p>Nachdem die Flaschen abgek\u00fchlt sind, kann mit der Abf\u00fcllung begonnen werden. Dazu bietet sich entweder der mitgelieferte Schlauch mit Klemme (nicht dabei) oder aber der Flaschenf\u00fcllstutzen an (gleich mitbestellen, ca DM10). Das Bier sollte ohne Pl\u00e4tschern und Sch\u00e4umen in die Flaschen gef\u00fcllt werden, bis etwa an den unteren dicken Wulst des B\u00fcgelflaschenhalses (also ca. 2&#8211;4 cm Luft in der Flasche lassen).<\/p>\n<p>Nachdem der zweite G\u00e4reimer leer ist, wird er ges\u00e4ubert und die Kisten mit dem abgef\u00fcllten Bier f\u00fcr ca. 2&#8211;3 Wochen bei Zimmertemperatur aufrecht gelagert. Beh\u00e4lt man etwas Bier in einer nicht ganz gef\u00fcllten Flasche \u00fcbrig, k\u00f6nnen Abenteurlustige mal einen Schluck riskieren, man sollte sich allerdings seelisch auf ca. 15 verschiedene Nachgeschm\u00e4cker innerhalb von 3 Minuten einstellen (so wars jedenfalls bei meiner Lage). Nach 10 Tagen kann bereits probiert werden, allerdings wird der Kohlens\u00e4uregehalt nicht allzu hoch sein. Besser ist, man z\u00fcgelt sich noch ein bis zwei Wochen.<\/p>\n<hr \/>\n<h2>Es ist soweit!<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/hoover.gplrank.de\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/mug.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1695\" src=\"https:\/\/hoover.gplrank.de\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/mug.jpg\" alt=\"\" width=\"117\" height=\"111\" \/><\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schuerkamp.de\/zope\/hoover\/brauen\/mug_bottle\" alt=\"\" width=\"130\" height=\"162\" \/><\/p>\n<p>Nachdem die Flascheng\u00e4rung ausreichend fortgeschritten ist, geht&#8217;s an den lustigen Teil! Das Homebrew sollte vorher ca 30&#8211;60 Minuten im K\u00fchlschrank (ebenfalls aufrecht, damit das Sediment nicht aufgewirbelt wird, z. B. in der T\u00fcr!) gek\u00fchlt werden. Die Gl\u00e4ser sollten, falls sie aus der Sp\u00fclmaschine kommen, mit heissem Wasser ausgesp\u00fclt werden, da sonst der Schaumkopf des Bieres relativ schnell zusammenfallen kann. Das Bier wird nun in einem Schwung (bei einem 0.5-Liter-Glas) in Glas gegossen, wobei je nach Schaumbildung vorsichtiger oder kr\u00e4ftiger gegossen werden sollte, aber was erz\u00e4hle ich euch, wie man ein Bier eingie\u00dft? ;-). Auch hier sollten die letzten 1-1.5 cm in der Flasche bleiben, um einen allzu hefigen Geschmack durch ins Glas gelangte Hefesedimente zu vermeiden.<\/p>\n<p>Dann: Mund auf, rein damit und ordentlich probieren! Und das selige L\u00e4cheln nicht vergessen! Prost! Das Bier sollte sich auf jeden Fall bis zu 6 Monate aufbewahren lassen, und in angenehmen Gegensatz zu kommerziellem Bier wird es immer besser, da durch die in der Flasche enthaltene Hefe immer noch G\u00e4raktivit\u00e4t stattfindet.<\/p>\n<hr \/>\n<h2>Dank, Abschlie\u00dfendes &amp; Literatur<\/h2>\n<p>Ich stehe in keiner Verbindung mit der Firma Krupka-Niemann, abgesehen von der Tatsache, da\u00df ich ein zufriedener Kunde bin und die einfache Bestellm\u00f6glichkeit und Recherche \u00fcber Netz sehr sch\u00e4tze. \ud83d\ude09 Darum auch vielen Dank an Hibbo von K.-N., der mir stets telefonisch und per e-mail bei Fragen zur Seite stand! Die Fotos stammen freundlicherweise von <a href=\"http:\/\/taoa.home.pages.de\/\">Helga Schoening<\/a> und ihrer neuen Digitalkamera.<\/p>\n<p>Weiterhin bezieht sich die hier vorgestellte Vorgehensweise auf das o. g. &#8220;Trophy Bitter&#8221;, die Zubereitung anderer Sorten kann nat\u00fcrlich andere Ergebnisse produzieren, aber im gro\u00dfen und ganzen sollte man mit jedem vorgehopften Bierkit einigerma\u00dfen wohlschmeckende Resultate erzielen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Rechtliches: Da wir in Deutschland leben, wo es leider nicht nur gutes Bier, sondern auch haufenweise Vorschriften, Verf\u00fcgungen, Gesetze, B\u00fcrokraten und andere Freaks gibt, ist nicht nur das Legen von befruchteten Nymphensitticheiern melde- und lizenzpflichtig, sondern nat\u00fcrlich auch das Brauen von Bier. Sagt also netterweise beim Zollamt Bescheid, wieviel ihr braut (20 Liter pro Person und Monat sind glaube ich frei), damit sich die Jungs ihre Flasche abholen k\u00f6nnen, und verkaufen d\u00fcrft ihr&#8217;s auch nicht.<\/p>\n<h3>Literatur<\/h3>\n<p>Sehr geholfen hat mir Charlie Papazian&#8217;s Buch &#8220;The New Complete Joy of Homebrewing&#8221; (z. B. zu bestellen beim <a href=\"http:\/\/www.telebuch.de\/\">ABC B\u00fccherdienst<\/a>) und auch der FAQ &#8220;How to Brew Your First Beer&#8221;, Rev. D.2 von John J. Palmer (1994). Moralischen Support gab es reichlich von einem sehr versierten deutsch-amerikanischen Homebrewer, <a href=\"http:\/\/ringlord.com\/walrus\">Udo K. Sch\u00fcrmann<\/a>, dessen fantastisches Homebrew mich \u00fcberhaupt erst auf diese (verr\u00fcckte) Idee brachte. Sein &#8220;Walrus Hoppy I.P.A.&#8221; ist wirklich eine Reise \u00fcber den Atlantik wert! \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Wer gern etwas ueber die &#8220;fortgeschrittene&#8221; Kunst des Heimbrauens erfahren moechte, erfaehrt im <a href=\"https:\/\/hoover.gplrank.de\/?p=60\">zweiten Teil<\/a> mehr darueber!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heimbrauen f\u00fcr Anf\u00e4nger: Eine schmerzlose Anleitung Einf\u00fchrung Dieser Text ist als schnelle Einf\u00fchrung f\u00fcr diejenigen gedacht, die mit dem Gedanken spielen, sich einmal als Heimbrauer zu versuchen aber sich vielleicht bis jetzt noch nicht getraut haben oder denen es zu kompliziert erscheint. 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